Nur ein Sozialindex kann für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen

30. März 2017
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Eva-Maria Voigt-Küppers/Renate Hendricks:

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat heute in einer Pressekonferenz ihr von Professorin Gabriele Bellenberg und Gerd Möller gefertigtes Gutachten „Ungleiches ungleich behandeln“ über die Einführung eines flächendeckenden Sozialindex‘ an Schulen vorgestellt. Dazu erklären Renate Hendricks, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW und Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion:
Eva-Maria Voigt-Küppers: „Das GEW-Gutachten zum Sozialindex gibt der Schulpolitik in Nordrhein-Westfalen sinnvolle Hinweise, wie eine bessere Ressourcensteuerung in Zukunft gelingen kann. Die Zuweisung von Personalbeständen muss deshalb dahin gehen, wo besonders viele Kinder und Jugendliche mit Förderbedarfen oder in besonderen Lebenslagen unterrichtet werden.

Indem wir verstärkt auf solche Standortfaktoren bei der Verteilung von Lehrerinnen und Lehrern, aber auch dem multiprofessionellen Personal setzen, können wir für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen und gleichzeitig aktiv gegen Bildungsarmut vorgehen. Unser Ziel ist und bleibt, dass wir Ungleiches auch ungleich behandeln werden.“
Renate Hendricks: „Die Ausgangsbedingungen an den Schulen in Nordrhein-Westfalen sind aufgrund der immer verschiedener werdenden Schülerschaft sehr unterschiedlich. Zudem müssen wir feststellen, dass die Heterogenität an den Schulen in NRW insgesamt zunimmt – das gilt auch für das Gymnasium. Wenn wir diesen individuellen Unterschiedlichkeiten begegnen wollen und unseren Schülerinnen und Schülern zusätzliche Bildungschancen eröffnen wollen, müssen wir dazu auch die Ressourcen anders einsetzen.

Der gezielte Einsatz von mehr Personal zeigt etwa in Hamburg, dass die Schulqualität gesteigert werden kann. Deshalb muss ein Sozialindex bedeuten, Schulen bei der Qualitätsentwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Wichtig ist, dass wir zukünftig einen „Professionen-Mix“ an den Schulen einsetzen können. Dabei wollen wir auf die guten Erfahrungen, die wir mit der Schulsozialarbeit gemacht haben, aufbauen. Das entlastet die Lehrerinnen und Lehrer, und es unterstützt vor allem die Schülerinnen und Schüler in ihrer Bildungs- und Persönlichkeitsentwicklung.“


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