„Inklusion ist keine Ideologie, sondern ein Menschenrecht“

19. Juni 2018
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Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW

Zur heutigen Präsentation des Bündnisses für inklusive Bildung in Nordrhein-Westfalen erklärt Eva-Maria Voigt-Küppers:

„Ein breites Bündnis aus Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern, Menschen mit Behinderung und Sozialverbänden hat sich uns heute im Landtag präsentiert. Ihre Ziele sind, konkrete und wirksame Maßnahmen bei der Weiterentwicklung eines inklusiven Schulsystems zu etablieren. Wir wollen, dass der bereits begonnene Prozess zu einem wirklich inklusiven Schulsystem fortgeführt und auch planmäßig verbessert wird. Statt einer zielführenden Steuerung der vorhandenen Ressourcen und dem Ausbau weiterer Möglichkeiten durch multiprofessionelle Teams und deren Einsatz an Schulen kamen von der Landeregierung bisher nur vollmundige Versprechen.

Wir unterstützen das Bündnis und unterstreichen an dieser Stelle die Aussage, Inklusion ist keine Ideologie, sondern ein Menschenrecht. Inklusion bereichert alle Beteiligten, Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer. Wir unterstreichen die Forderung der GEW, LSV und Eltern, dass gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung selbstverständlich werden müsse. Die aktuell geplanten Maßnahmen der Landesregierung zeigen aber eine andere Richtung an, sie sind ein Schritt zurück in eine längst vergangene Zeit. Wir fordern die Landesregierung auf, eine zielführende Ressourcensteuerung zum Wohle des gemeinsamen Lernens an den Start zu bringen. Dabei bedarf es vor allem eines Blickes auf die Einzelsituationen der Schülerinnen und Schüler, sowohl im Regel- als auch im System der Förderschulen.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre ein neues und umfassendes Konzept zur Schulsozialarbeit gewesen. Diesen Vorschlag von uns weisen die regierungstragenden Fraktionen der Mitte-Rechts Koalition aber vehement von sich. Mit einem Ausbau der multiprofessionellen Teams an den Schulen, sowie der Einführung eines schulscharfen Sozial- und Inklusionsindex, wie bereits im Schulkonsens beschlossen, hätte man den Schulen einen größeren Gefallen getan als mit der Herausnahme der zieldifferenten Beschulung am Gymnasium und der Einrichtung von Schwerpunktschulen, auf denen die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf dann gegebenenfalls wieder exkludiert werden. Chance vertan, leider zulasten der Kinder und Jugendlichen.“


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