Gemeinsame Pressemitteilung der Fraktionen von CDU, SPD, FDP, GRÜNEN

26. November 2021
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„Schicksal und Geschichte von Verschickungskindern anerkennen, aufarbeiten, sichtbar machen“

In einem interfraktionellen Antrag (Drs. 17/15632), der heute im Plenum behandelt wurde, setzen sich die vier demokratischen Fraktionen im Landtag NRW dafür ein, einen Runden Tisch Verschickungskinder ins Leben zu rufen und die Aufarbeitungsarbeit zum Thema zu stärken. Hierzu erklären Charlotte Quik (CDU), Dennis Maelzer (SPD), Jörn Freynick (FDP) und Josefine Paul (Bündnis 90 / Die Grünen), Familienpolitikerinnen und Familienpolitiker der vier demokratischen Fraktionen im Landtag NRW:

„Millionen Menschen in Deutschland sind ehemalige Verschickungskinder. Bis heute wurde das unvorstellbare Leid, das viele Kinder im Zuge der Verschickung erfahren haben, aber kaum aufgearbeitet. Vor allem die gemeinsame Anhörung des Familien- und des Sozialausschusses hat die Drangsalierungen und Misshandlungen an zahlreichen Kindern noch einmal bedrückend vor Augen geführt. Viele leiden bis heute daran. Mit unserem interfraktionellen Antrag erkennen wir ihr Leid an und sprechen unser Mitgefühl für das erlittene Unrecht aus.

Ein Großteil der ehemaligen Verschickungskinder stammt aus Nordrhein-Westfalen. Wir wollen die Betroffenenstrukturen sicherstellen und ihre Vernetzungs- und Beratungsarbeit fördern. Die wissenschaftliche Aufarbeitung werden wir durch Stipendien für Master- oder Diplomarbeiten und Dissertationsprojekte vorantreiben.

Von großer Bedeutung ist für uns die Einrichtung eines Runden Tisches Verschickungskinder. Wir setzen auf die in der Parlamentsanhörung bekundete Bereitschaft aller Akteure, konstruktiv daran mitzuwirken. Betroffenenverbände sollen hier mit allen relevanten Akteuren gemeinsam an der Aufklärung arbeiten. Dazu zählen Landesbehörden, Landschaftsverbände, Kommunale Spitzenverbände, die beteiligten Sozialleistungsträger, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, genauso wie Wissenschaft und Archive.

Uns ist bewusst, dass wir mit der Aufarbeitung erst am Anfang stehen. Durch den parteiübergreifenden Konsens und regelmäßige Berichte stellen wir sicher, dass die Belange der ehemaligen Verschickungskinder auch in der kommenden Legislaturperiode ernstgenommen werden. Deshalb soll der Landtag nach zwei Jahren einen ersten Zwischenbericht erhalten, der dann jährlich fortgeschrieben wird.

Auch die Bundesebene ist bei der Aufklärungsarbeit gefragt. Wir appellieren an den Bund, hier voranzuschreiten und die Länderebene bei allen Schritten mit einzubeziehen.“


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